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Sexuelle Vielfalt in der Schule anerkennen und unterstützen

Wie schaffe ich als Lehrkraft ein Umfeld, in dem sich nicht-heterosexuelle Schüler_innen wohlfühlen? Welche Unterrichtsmaterialien zeigen eine größere sexuelle Vielfalt und repräsentieren lesbische, schwule oder bisexuelle Lebenswelten? Wie ermögliche ich eine diskriminierungsfreie Lernatmosphäre?

Von einem respektvollen Schulklima profitieren alle, die in der Schule lernen und arbeiten – ganz unabhängig von ihrer sexuellen OrientierungDie sexuelle Orientierung beschreibt, mit Menschen welchen Geschlechts oder welcher Geschlechter jemand eine sexuelle und/oder romantische Beziehung eingehen möchte.

Viele Kinder merken bereits im Grundschulalter, dass sie sich (auch) zum gleichen GeschlechtGeschlecht ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Ordnungsprinzip und eine einflussreiche soziale Kategorie. Aber die Definitionen darüber, was Geschlecht eigentlich ausmacht, unterscheiden sich stark: … hingezogen fühlen. Allerdings fehlt es im Schulalltag an lebensnahen Orientierungs- und Identifizierungspunkten. So werden lesbischeFrauen, die sich emotional und/oder sexuell in erster Linie zu Frauen hingezogen fühlen, bezeichnen sich häufig als lesbisch., schwuleMänner, die sich emotional und/oder sexuell in erster Linie zu Männern hingezogen fühlen, bezeichnen sich häufig als schwul. oder bisexuelleBisexuelle Menschen beschreiben ihre sexuelle Orientierung unterschiedlich: Als romantische und/oder sexuelle Anziehung zu Frauen und Männern, als Anziehung zu dem eigenen Geschlecht oder zu generell mehr als einem Geschlecht. Menschen in der Schule oftmals in Gesprächen, Bildern und Texten nur als Abweichung von der heterosexuellenWenn Frauen sich von Männern romantisch und/oder sexuell angezogen fühlen, oder Männer von Frauen, werden sie als heterosexuell bezeichnet. Zugleich beschreibt "heterosexuell" auch sexuelle Handlungen zwischen einer Frau und einem Mann. NormGesellschaftliche Normen (lat. "norma": Richtschnur, Regel) bezeichnen allgemein anerkannte, als verbindlich geltende Verhaltensregeln, die das Zusammenleben von Menschen organisieren. sichtbar und damit abgewertet. Dies führt dazu, dass viele Kinder und Jugendliche ihre eigenen Gefühle und Lebensweisen gar nicht erst offen zeigen.

Um diese Schüler_innen zu unterstützen, ist es wichtig, verschiedene Lebensweisen sichtbar zu machen und bei Diskriminierungen konsequent einzugreifen.

Lebenswelten von LSB sichtbar machen

... an der Schule

Die mangelnde Sichtbarkeit von LSB"LSBTIQ" oder ähnliche Zusammensetzungen dienen als Abkürzung für "Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen". "Lsbtiq" steht entsprechend für "lesbisch, schwul, bisexuell, trans-, intergeschlechtlich und queer". im sozialen Umfeld von Schüler_innen verstärkt viele Vorurteile. Lehrkräfte können diesen entgegen wirken und solidarisches Verhalten fördern, indem sie zum Beispiel ...

  • in Gesprächen selbstverständlich den gleichgeschlechtlichen Partner eines Freundes erwähnen.
  • Schulaufklärungsprojekte in den Unterricht einladen.
  • Poster aufhängen, die Vielfalt sichtbar machen.
  • Bücher mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Charakteren für die Schulbibliothek anschaffen.
  • in Formularen auf geschlechtsneutrale Formulierungen achten (beispielsweise "Elternteil 1 und 2" statt "Mutter und Vater"). 

 Zudem wirkt es unterstützend, wenn es Erwachsene an der Schule gibt, die offen über die eigene gleichgeschlechtliche Lebensweise sprechen. 
 

... im Unterricht

Unterrichtsmaterialien sollten allen Kindern und Jugendlichen Identifikationsmöglichkeiten bieten. Greifen Sie deshalb das Thema sexuelle Vielfalt in unterschiedlichen Fächern in Bildern, Texten und mündlicher Sprache auf. 

In den Rahmenlehrplänen finden sich hierzu altersgerechte Bezüge: von Familienformen (RegenbogenfamilienAls Regenbogenfamilien werden Familien bezeichnet, in denen Kinder mit mindestens einem lsbtiq Elternteil aufwachsen.) über Liebeslyrik bis zu Demokratie und Menschrechten. Weitere Anlässe zur Thematisierung können aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, der Schulalltag oder spezifische Jahrestage wie zum Beispiel der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie am 17. Mai sein.

Lsb Schüler_innen unterstützen

Jede Intervention bei Diskriminierungen ist ein Zeichen der Solidarität für die Kinder und Jugendlichen, die sich selbst als lesbisch, schwul oder bisexuell identifizieren, aber (möglicherweise) in der Situation selbst sich nicht als solche zu erkennen geben. 

Machen Sie Ihre Ablehnung von Diskriminierung deutlich, fördern Sie Diskussionen über die zugrunde liegenden Bewertungen und vermitteln Sie Wissen zu sexueller Vielfalt. Hilfreich sind zudem klar kommunizierte Richtlinien in der Schule, die Mobbing ächten. Wenn Schüler_innen Ihnen etwas über ihre sexuelle Orientierung mitteilen, nehmen Sie diese ernst und wahren Sie die Vertraulichkeit.

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