Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt als Themen in der Kita

Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sind in der Kita schon deshalb ein Thema, weil sie zum Leben und zu den Familien einiger Kinder gehören. Hier finden Sie Tipps, wie Sie als pädagogische Fachkraft diese Kinder stärken und alle Kinder zu einem wertschätzenden Umgang mit Vielfalt befähigen können.

Kinder bringen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt mit in die Kita und damit in Ihre pädagogische Arbeit: So begegnen Sie möglicherweise Kindern, die sich gendernonkonform verhalten, sich nicht als "typische" Jungs oder "typische" Mädchen wahrnehmen oder die trans* sind. Auch wachsen immer mehr Kinder in Regenbogenfamilien auf. Und manche Kinder werden später schwul, lesbisch, bi oder queer leben.

Häufig stoßen Kinder schon in jungen Jahren auf Ablehnung oder Unverständnis, wenn sie sich in ihrer Geschlechtsidentität, ihrem Rollenverhalten, ihrer (sich entwickelnden) sexuellen Orientierung oder ihrer Familienform von der Mehrheit der anderen Kinder unterscheiden. 

Als pädagogische Fachkraft sind Sie eine wichtige Bezugsperson für die Kinder. Indem Sie Kinder in ihrer Identität unterstützen und vor Diskriminierung schützen, tragen Sie dazu bei, dass sie sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln können.

Ermöglichen, dass sich alle Kinder in der Kita sicher und wohl fühlen

Kinder werden gestärkt, wenn sie ihre Lebenswelten und Identitäten in der Einrichtung wiederfinden und Akzeptanz erfahren. Dazu können Sie zum Beispiel mit Folgendem beitragen:

  • Bieten Sie Kindern Bücher an, in denen transgeschlechtliche oder gendernonkonforme Personen vorkommen. 
  • Erzählen Sie Geschichten, in denen gleichgeschlechtliche Liebe eine Rolle spielt.
  • Sprechen Sie mit Kindern über Familienvielfalt.
  • Unterstützen Sie Kinder in der Auseinandersetzung mit ihren Identitätsfragen, zum Beispiel bei der Ausgestaltung ihrer Geschlechterrolle.
  • Nehmen Sie Aussagen von trans* Kindern zu ihrer Geschlechtsidentität ernst. 
  • Informieren Sie die Kinder über vielfältige Möglichkeiten des Verliebens und Zusammenlebens.
  • Greifen Sie ein, wenn Kinder wegen ihrer Kleidung, ihres Verhaltens oder Aussagen zu ihrem Geschlecht herabgewürdigt werden.
  • Informieren Sie sich, an welche Beratungsstellen in Ihrer Umgebung Sie Familien verweisen können, die beispielsweise Rat für die Unterstützung ihres transgeschlechtlichen Kindes benötigen.
  • Nutzen Sie Fortbildungsangebote und Materialien zu den Vielfaltsdimensionen Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung in Pädagogik und frühkindlicher Bildung.

Gesetzliche und fachliche Grundlagen

Für Fachkräfte der Kindertagesbetreuung gibt es einen gesetzlichen und fachlichen Rahmen, der sie bei der Thematisierung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in ihrer pädagogischen Arbeit mit Kindern unterstützt und absichert: 

Das Kinder- und Jugendhilferecht und die Kitagesetze der Bundesländer formulieren den gesetzlichen Auftrag, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und vor Gefahren zu schützen. Jedes Kind – unabhängig von seiner Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung – hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf eine diskriminierungsfreie Lernumgebung und auf Beteiligung. 

Als fachliche Orientierungshilfen dienen die Bildungsprogramme der Bundesländer. Laut ihnen sollen Kinder in ihrer Vielfältigkeit wahrgenommen, individuell unterstützt, beteiligt und vor Diskriminierung geschützt werden, damit sie gleichberechtigt an Bildungsprozessen teilnehmen können.