+

Trans* Elternschaft

Wie kann ich als trans* Mensch Kinder bekommen? Welche Erfahrungen machen trans* Eltern? Und was ist die Gesetzeslage?

Trans*Transgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Menschen können auf ganz unterschiedliche Weisen ein Kind bekommen: Einige gebären oder zeugen Kinder, bevor sie sich als trans* identifizieren oder ihr ComingoutAls Comingout (engl. "come out": herauskommen) wird der Prozess bezeichnet, die eigene Identität, sexuelle Orientierung, Lebensweise oder Körperlichkeit öffentlich zu machen, obwohl sie von herrschenden Normen abweicht. haben. Andere wiederum entscheiden sich, ein Pflegekind aufzunehmen oder ein Kind zu adoptieren.

Und es gibt immer mehr trans* Menschen, die nach ihrem Comingout und ihrer TransitionAls Transition (engl.: Übergang, Durchquerung) bezeichnen transgeschlechtliche Menschen den Zeitraum der Annäherung an ihr empfundenes Geschlecht. Kinder bekommen.

Wie kann ich als trans* Person ein Kind bekommen?

Für trans* Menschen, die ein Kind gebären oder zeugen möchten und die eine körperliche Transition planen, gibt es einiges zu beachten. Die S-3-Leitlinie zu Trans-Gesundheit empfiehlt deswegen, dass trans* Personen über Möglichkeiten und Risiken der Reproduktionsmedizin informiert werden sollen, bevor körperverändernde Maßnahmen stattfinden.

So ist es zum Beispiel möglich, vor geschlechtsangleichenden OperationenAls geschlechtsangleichend werden medizinischen Behandlungen bezeichnet, die den Körper an die eigene Geschlechtsidentität anpassen. Samen oder Eizellen zu entnehmen und diese so aufzubewahren, dass sie später zur Zeugung eines Kindes genutzt werden können. Diese so genannte "Kyrokonservierung" kostet bei Spermien mindestens mehrere hundert Euro, bei Eizellen mehrere tausend. Diese Kosten übernehmen die Krankenkassen zurzeit nicht.

Außerdem können trans* Männer und nicht-binäre"Nicht-binär", "non-binary" oder auch "genderqueer" sind Selbstbezeichnungen für eine Geschlechtsidentität, die sich nicht in der Gegenüberstellung von Mann oder Frau beschreiben lässt. Menschen schwanger werden und gebären, wenn sie alle notwendigen Organe haben (wie unter anderem Eierstöcke) und entweder kein Testosteron nehmen oder dieses vorübergehend absetzen.

Zu Kyrokonservierung und trans* Schwangerschaft gibt es hier mehr Informationen; zu Optionen wie Samen- und Eizellenspenden, Insemination und Leihmutterschaft hier.

Erfahrungsberichte von trans* Eltern

Für werdende trans* Eltern stellt sich oft die Frage, wie sie sich und ihr Kind vor Diskriminierung schützen und ein positives Umfeld vor, während und nach der Geburt oder dem Ankommen ihres Kindes schaffen können.

Andere fragen sich, wie sie ihr Comingout als trans* Person gestalten können, wenn bereits ein Kind da ist.

In den folgenden Beiträgen teilen trans* Eltern ihre Erfahrungen zu diesen und weiteren Fragen:

Noch mehr trans Eltern* kommen in Interviews in der Studie "Wie trans* Eltern normative Vorstellungen von Familie und Geschlecht verhandeln" zu Wort.

Die aktuelle Gesetzeslage

Trans* Eltern werden vom Gesetz bisher nicht umfassend erfasst: Auch nach einer Personenstandsänderung werden sie mit dem falschen Geschlecht und Vornamen in die Geburtsurkunde ihres Kindes eingetragen. Beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte läuft deswegen zurzeit ein Verfahren. Allerdings erkennt das Mutterschutzgesetz schon an, dass nicht nur Frauen Kinder gebären können, sondern auch trans* Männer und nicht-binäre oder intergeschlechtlicheIntergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Personen, indem der Anwendungsbereich auf alle Menschen erweitert wurde, die Kinder gebären (§ 1 Abs. IV MutterschutzG).

Bis 2011 wurde es vielen trans* Menschen in Deutschland sogar verwehrt, Kinder zu bekommen. Erst dann entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die für die Personenstandsänderung verlangte Zwangssterilisation grundrechtswidrig war. 2018 empfahl der UN-Menschenrechtsrat, betroffenen trans* Personen eine Entschädigung zu zahlen, wie dies beispielsweise Schweden bereits getan hat.