Welt-Aids-Tag: Solidarität, Gedenken und Aufklärung

Der Welt-Aids-Tag findet in diesem Jahr bereits zum 35. Mal am 1. Dezember statt. Weltweit zeigen Menschen an diesem Tag ihre Solidarität mit HIV-positiven Menschen und erinnern mit Aktionen an alle, die an den Folgen von HIV und Aids gestorben sind. Ebenso bleibt Aufklärung wichtig, um Ansteckungen, aber auch Diskriminierung zu vermeiden.

In diesem Jahr erinnert der Welt-Aids-Tag mit dem Motto „Let Communities Lead“ daran, dass wirksame HIV-Prävention und Arbeit mit Menschen, die HIV haben, nur in Zusammenarbeit mit deren Communitys gelingen kann.

Auch in Deutschland finden rund um den Welt-Aids-Tag verschiedene Veranstaltungen statt. So machen viele lokale Aidshilfen mit Informationsständen und Podiumsdiskussionen auf aktuelle Themen und ihre Arbeit aufmerksam. Die Aidshilfe Köln etwa bietet mehrere Lesungen, zum Beispiel mit Ralf König und Markus Barth, sowie einen eigenen, kleinen Weihnachtsmarkt und anderes mehr.

Menschen mit HIV eine Stimme geben und Berührungsängste abbauen

Für ein respektvolles Miteinander von Menschen mit und ohne HIV wirbt die große gemeinsame Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen Aidshilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS). Dieses Jahr lautet das Motto „Leben mit HIV. Anders als du denkst?“. Menschen mit HIV erzählen von ihrem Leben und treten mit Informationen und Selbstbewusstsein Stigmatisierung und Vorurteilen entgegen. Denn: Menschen mit HIV können heute leben wie alle anderen. Auch ist die Furcht, sich im Alltag bei HIV-positiven Menschen anzustecken, unbegründet.

Neuinfektionen mit HIV in Deutschland langfristig rückläufig

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben sich vergangenes Jahr schätzungsweise 1.900 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert.

Insgesamt ist die Zahl der Neudiagnosen in Deutschland über einen längeren Zeitraum betrachtet rückläufig und seit einigen Jahren auf einem stabilen Niveau. Sinkende Infektionszahlen sind vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), zu verzeichnen. Laut RKI dürften dazu folgende Faktoren beigetragen haben: frühere Diagnosen, früher einsetzende wirksame Behandlungen von HIV-positiven Menschen sowie der zunehmende Einsatz der sogenannten „Prä-Expositions-Prophylaxe“ (PrEP).
Die PrEP zählt – neben der Verwendung von Kondomen beziehungsweise Femidomen sowie dem „Schutz durch Therapie“ – zu den Safer-Sex-Methoden.

Insgesamt leben hierzulande etwa 91.400 Menschen mit einer HIV-Infektion. Weltweit sind es rund 39 Millionen.

HIV / Aids bleibt eine globale Herausforderung

Im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte konnten beachtliche Fortschritte in der medizinischen Behandlung HIV-positiver Menschen erzielt werden (mehr zur HIV-Therapie). HIV ist aber immer noch nicht heilbar und die medizinische Versorgung nicht überall gesichert. Dies gilt insbesondere für Regionen wie (das südliche) Afrika und Teile Osteuropas, allen voran Russland.

UNAIDS – das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von HIV / Aids – fordert daher auch in diesem Jahr: Alle Menschen müssen geeignete Zugänge zu Prävention, Beratung, Testangeboten und Medikamenten haben.

Nützliche Hinweise zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen – wie den sogenannten „Affenpocken“ (inzwischen wird von MPox gesprochen) – sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote bietet die Initiative LIEBESLEBEN der BZgA.

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