Glossar

Detransition, seltener auch Retransition, bezeichnet den Prozess, eine TransitionAls Transition (engl.: Übergang, Durchquerung) bezeichnen transgeschlechtliche Menschen den Zeitraum der Annäherung an ihr empfundenes Geschlecht. aufzuhalten oder in eine andere Richtung weiterzuentwickeln. Manche Menschen treffen ihre Entscheidung für eine Detransition während ihrer Transition, andere lange Zeit nach deren Abschluss. Häufige Gründe für eine Detransition sind DiskriminierungserfahrungenDiskriminierung (lat. 'discriminare': trennen, unterscheiden) bedeutet, dass Menschen schlechter behandelt werden oder Nachteile für sie bestehen, weil sie bestimmte Merkmale haben beziehungsweise ihnen diese Merkmale zugeschrieben werden., medizinische Probleme und ein verändertes Verständnis der eigenen GeschlechtsidentitätDie Geschlechtsidentität bezeichnet das Wissen und Empfinden eines Menschen über sein eigenes Geschlecht.. Wie eine Transition auch, kann eine Detransition soziale, medizinische und rechtliche Aspekte umfassen. Welche davon umgesetzt werden können und/oder wollen ist individuell sehr unterschiedlich. Eine Detransition bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Person sich von nun an als "Mann" oder "Frau" identifiziert oder sich nicht länger als trans*Transgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. bezeichnet.

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Diskriminierung (lat. "discriminare": trennen, unterscheiden) bedeutet, dass Menschen schlechter behandelt werden oder Nachteile für sie bestehen, weil sie bestimmte Merkmale haben beziehungsweise ihnen diese Merkmale zugeschrieben werden. Zum Beispiel: Eine qualifizierte Bewerberin wird nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen, weil sie transgeschlechtlichTransgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. ist.

Diskriminierung kann sich nicht nur in individuellen Handlungen wie etwa Beleidigung oder Mobbing äußern, sondern auch in Gesetzen oder gesellschaftlichen Strukturen, die die Entfaltungschancen bestimmter Gruppen beschneiden, oder in Darstellungen in Werbung und Medien, die bestimmte Menschen herabwürdigen.

Was als Diskriminierung gilt – und wann eine Ungleichbehandlung vielmehr angemessen und richtig sei –, wurde im Lauf der Geschichte unterschiedlich beantwortet und ist auch heute noch Gegenstand von Auseinandersetzungen.

Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) liegt eine Diskriminierung vor, wenn Personen aufgrund ihrer tatsächlichen oder angenommenen ethnischen Herkunft, Religion, sexuellen Identität, des Geschlechts, Lebensalters oder einer Behinderung – oder einer Kombination daraus – benachteiligt werden und es keinen sachlichen Grund gibt, der die Ungleichbehandlung rechtfertigen würde. Beratungsstellen und Betroffene ordnen darüber hinaus weitere Handlungen und Umstände, die nicht im AGG berücksichtigt sind, als diskriminierend ein.

Diskriminierung ist eng verbunden mit der Konstruktion von Gruppen, denen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden, und trägt dazu bei, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Hierarchien aufrechtzuerhalten.

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"DSD" wird in medizinischen Kreisen als Abkürzung für "disorders of sex developement" (dt.: Störungen der Geschlechtsentwicklung) verwendet. Der Begriff dient als Oberbegriff für verschiedene medizinische Diagnosen von IntergeschlechtlichkeitIntergeschlechtliche (lat. 'inter': zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen.. Inter*Intergeschlechtliche (lat. 'inter': zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen.-Initiativen lehnen diese Bezeichnung ab, mit der Begründung, sie stelle gesunde intergeschlechtliche Körper als krankhaft und behandlungswürdig dar.

In Reaktion darauf wird die Abkürzung heute manchmal auch als "differences of sex developement" beziehungsweise auf Deutsch als "Unterschiede/Besonderheiten in der Geschlechtsentwicklung" ausgelegt. Von inter* Aktivist_innen wird dies kritisiert, da eine solche Umdeutung nichts an dem gängigen medizinischen Begriff "disorders" (dt.: Störung) ändere. Neutrale Bezeichnungen seien zum Beispiel "Intergeschlechtlichkeit" oder "VariationenDie Beschreibung 'Menschen mit Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale' meint in der Regel intergeschlechtliche Menschen. der körperlichen Geschlechtsmerkmale".

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Der Begriff "dyadisch" (griech. "dýas": Zweiheit) beschreibt Menschen, die nicht interIntergeschlechtliche (lat. 'inter': zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen.* sind, das heißt, deren Körper sich nach medizinischen NormenGesellschaftliche Normen (lat. 'norma' Richtschnur, Regel) bezeichnen allgemein anerkannte, als verbindlich geltende Verhaltensregeln, die das Zusammenleben von Menschen organisieren. eindeutig als nur weiblich oder nur männlich einordnen lassen.

Dyadische Menschen werden in der Gesellschaft als die Norm angesehen und genießen gesellschaftliche Vorteile, wie zum Beispiel sich oder ihren Körper nicht erklären zu müssen, keinen geschlechtsveränderndenMit geschlechtsverändernden Eingriffen wird der Körper von intergeschlechtlichen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen so verändert, dass sie den aktuellen Vorstellungen über einen 'typisch' männlichen oder weiblichen Körper entsprechen. Eingriffen unterzogen und/oder nicht pathologisiertPathologisierung bedeutet, dass die Identität, der Körper, die Empfindungen, Wahrnehmungen oder Beziehungen einer Person – entgegen deren eigener Wahrnehmung – als 'krankhaft' oder 'gestört' bezeichnet werden, weil sie von der Norm abweichen. zu werden.

Ein anderes Wort für "dyadisch" ist "endogeschlechtlichDer Begriff 'endogeschlechtlich' oder 'endo' (griech. 'éndon': innen, innerhalb) beschreibt Menschen, die nicht inter* sind, das heißt, deren Körper sich nach medizinischen Normen eindeutig als nur weiblich oder nur männlich einordnen lassen." oder kurz "endo".

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Disclaimer: Diese Begriffsübersicht erklärt im Regenbogenportal verwendete Wörter. Die Begriffe werden - nicht nur, aber auch - in der LSBTIQ*-Community verwendet und aus ihr heraus in das Regenbogenportal eingebracht. Die Erläuterungen erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.