+

Vornamen und Geschlechtseintrag ändern: Alternativen zum TSG

Nicht für alle, deren Vornamen und Geschlechtseintrag von ihrem Geschlecht oder ihrer Geschlechtsidentität abweichen, ist das Änderungsverfahren gemäß dem "Transsexuellengesetz" eine Option. Dann gibt es andere Möglichkeiten, um im Alltag mit passenden Namen und passender Anrede auftreten zu können.

Für eine Änderung von Vornamen oder GeschlechtseintragAls Geschlechtseintrag wird der behördliche Vermerk über das Geschlecht im Geburtsregister und in Ausweisdokumenten bezeichnet. nach dem "Transsexuellengesetz" (TSG) gelten strenge Kriterien. Wer sie nicht erfüllt, zum Beispiel weil sie_er sich nicht-binär"Nicht-binär", "non-binary" oder auch "genderqueer" sind Selbstbezeichnungen für eine Geschlechtsidentität, die sich nicht in der Gegenüberstellung von Mann oder Frau beschreiben lässt. identifiziert, oder wer es ablehnt, sich psychiatrisch/psychologisch begutachten zu lassen, kann diesen Weg nicht nutzen. Dann bietet sich eine der folgenden vier Möglichkeiten an.

Den eigenen Namen verwenden, auch wenn im Ausweis etwas anderes steht

Was wenige wissen: Es gibt keine Pflicht, im Alltag den Vornamen zu verwenden und das Geschlecht anzugeben, die im Personenstandsregister eingetragen sind. In Schulzeugnissen, auf Krankenversicherungskarten und Ähnlichem darf der Vorname stehen, den die betreffende Person zum Ausdruck ihrer GeschlechtsidentitätDie Geschlechtsidentität bezeichnet das Wissen und Empfinden eines Menschen über sein eigenes Geschlecht. selbst wählt. Auch Kauf-, Miet- oder Arbeitsverträge können mit selbst gewähltem Vornamen unterschrieben werden, ohne dadurch an Gültigkeit zu verlieren.1

Nur in wenigen Ausnahmefällen muss der gesetzliche Name verwendet werden – nämlich wenn vor Gericht, gegenüber Polizei, Behörden oder einer_einem Notar_in die Identität einer Person festgestellt werden soll.

Der dgti-Ausweis

Ob am Flughafen, bei Behörden oder auf der Post: Oft muss man zur Identifizierung den Ausweis vorzeigen. Das kann dann sehr unangenehm sein, wenn darin ein Name steht, der nicht zum eigenen Geschlecht passt. Oder wenn das Ausweisfoto nicht dem aktuellen Aussehen entspricht und das Gegenüber misstrauisch werden lässt.

Für solche Fälle stellt die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) einen Ergänzungsausweis aus, der von vielen Stellen anerkannt wird. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Geschlechtsneutrale Vornamen per Namensänderungsgesetz 

Um die eigenen Vornamen zu ändern, muss man in Deutschland einen "wichtigen Grund" vorbringen können. Eine nicht-binäre"Nicht-binär", "non-binary" oder auch "genderqueer" sind Selbstbezeichnungen für eine Geschlechtsidentität, die sich nicht in der Gegenüberstellung von Mann oder Frau beschreiben lässt. Geschlechtsidentität wird inzwischen bei manchen Standesämtern als ein solcher Grund anerkannt. 

Die Wunschnamen dürfen bei einer Person mit männlichem Geschlechtseintrag nur neutral oder männlich, nicht aber weiblich sein (und umgekehrt). 

Im Rahmen eines Namensänderungsverfahrens werden zum Teil Nachweise verlangt. Die Höhe der Kosten hängt von dem Einkommen und Verwaltungsaufwand ab. Der Geschlechtseintrag ändert sich durch eine solche Namensänderung nicht.

Den Geschlechtseintrag streichen lassen

Seit 2013 ist es möglich, den Geschlechtseintrag offen zu lassen. Diese Regelung war ursprünglich für intergeschlechtlicheIntergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Menschen gedacht. 2017 hat erstmals auch eine Person ohne intergeschlechtliche körperliche Merkmale, die sich weder als Mann noch als Frau versteht, die Streichung ihres Geschlechtseintrags erreicht.2

1 Verwaltungsgericht Münster, Urteil vom 1. Juli 2014, Az. 1 K 3335/12, Rn. 34-35; Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 8. März 1988, Az. 1 BvL 9/85, 1 BvL 43/86, Rn. 53-56; Augstein, Maria Sabine (2013): "Zur Situation transsexueller Kinder in der Schule vor der offiziellen (gerichtlichen) Vornamensänderung". In: trans-kinder-netz.de. März 2013. Zuletzt abgerufen am 19.12.2017 von http://www.trans-kinder-netz.de/files/pdf/Augstein%20Maerz%202013.pdf; Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2016): "Verwendung des gewählten Namens von trans*Studierenden an Hochschulen unabhängig von einer amtlichen Namensänderung. Rechtliche Einschätzung". Zuletzt abgerufen am 06.05.2019 von http://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/Literatur_Bildung/Name_Trans_Studierende.pdf?__blob=publicationFile&v=1.

2 Oberlandesgericht Celle, Beschluss vom 12. Mai 2017, Az. 17 W 5/17. Anonymisiertes Dokument. Zuletzt abgerufen am 19.12.2017 von https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/Literatur_Bildung/Name_Trans_Studierende.pdf;jsessionid=2D03BCCBA6DCC06114A1F16059A0CA38.1_cid350?__blob=publicationFile&v=1.

Ihre Meinung ist gefragt!

Helfen Sie uns, das Regenbogenportal noch besser zu machen und nehmen Sie an unserer Umfrage teil.