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Trans*-Comingouts in Beziehungen: Tipps für Partner_innen

Der engsten Bezugsperson zu eröffnen, dass man trans* oder transsexuell ist, fällt den wenigsten leicht. Es als Partner_in zu hören, auch nicht.

Zu erfahren, dass der Mann oder die Frau, den oder die Sie vielleicht am besten zu kennen glaubten, gar kein Mann (gar keine Frau) ist, kann Ihre Welt auf den Kopf und die Beziehung in Frage stellen. 

Verschiedene Perspektiven, gleiche Berechtigung

Gerade wer mit einer Person schon lange zusammengelebt hat, kann deren ComingoutAls Comingout (engl. "come out": herauskommen) wird der Prozess bezeichnet, die eigene Identität, sexuelle Orientierung, Lebensweise oder Körperlichkeit öffentlich zu machen, obwohl sie von herrschenden Normen abweicht. als verletzend oder gar als Verrat empfinden und Gefühle von Wut oder Enttäuschung entwickeln. Es ist nachvollziehbar, solche Gefühle zu haben! Suchen Sie sich dafür den Raum und die Austauschmöglichkeiten, die Sie brauchen.

Vielleicht gelingt Ihnen mit der Zeit ein Perspektivwechsel: Manche Menschen trennen sich vor ihrer TransitionAls Transition (engl.: Übergang, Durchquerung) bezeichnen transgeschlechtliche Menschen den Zeitraum der Annäherung an ihr empfundenes Geschlecht. aus Angst vor den Reaktionen der_s Partner_in. Zeigen beide den Mut zum Gespräch, stellt dies einen großen Vertrauensbeweis dar.

Wichtig: Es gibt in der Liebesbeziehung zwischen einer cisDie Begriffe "cisgeschlechtlich", "cisgender" oder "cis" (lat. "cis-": diesseits) beschreiben Menschen, die sich dem Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Person und einer Person, die sich gerade als transgeschlechtlichTransgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. geoutetAls Comingout (engl. "come out": herauskommen) wird der Prozess bezeichnet, die eigene Identität, sexuelle Orientierung, Lebensweise oder Körperlichkeit öffentlich zu machen, obwohl sie von herrschenden Normen abweicht. hat, keine_n "Täter_in" und kein "Opfer" – also auch nichts "wiedergutzumachen".

Gut durch eine Transition kommen

Eine TransitionAls Transition (engl.: Übergang, Durchquerung) bezeichnen transgeschlechtliche Menschen den Zeitraum der Annäherung an ihr empfundenes Geschlecht. kann viel Raum in der Partnerschaft und im Alltag einnehmen. Niemand trägt dafür die "Schuld". Manche Partner_innen erleben eine Trauer um den Menschen, den sie kannten – insbesondere, wenn sie "die neue Person" noch nicht gut sehen können. Diese Trauer verdient Raum – genau wie die, die Ihr_e Partner_in möglicherweise um "verlorene" Jahre empfindet. Gehen Sie in dieser Zeit auch Ihren Bedürfnissen nach. 

Wir und die anderen

Transfeindliche Diskriminierung trifft nicht nur trans*Transgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Menschen, sondern auch deren Angehörige und Partner_innen – seien es abfällige Blicke auf der Straße, grenzüberschreitende Fragen von Verwandten oder kraftraubende bürokratische Auseinandersetzungen. Holen Sie sich dafür die Unterstützung, die Sie beide brauchen – in spezialisierten Beratungsstellen, Angehörigengruppen oder bei Aktivitäten, die Sie auftanken lassen. Dann wird es leichter, Feindseligkeit oder Ablehnung, die Ihnen beiden widerfahren können, nicht gegeneinander zu richten, sondern miteinander solidarisch zu sein. 

Vielleicht haben Sie sich bisher als schwulMänner, die sich emotional und/oder sexuell in erster Linie zu Männern hingezogen fühlen, bezeichnen sich häufig als schwul., heteroWenn Frauen sich von Männern romantisch und/oder sexuell angezogen fühlen, oder Männer von Frauen, werden sie als heterosexuell bezeichnet. Zugleich beschreibt "heterosexuell" auch sexuelle Handlungen zwischen einer Frau und einem Mann. oder lesbischFrauen, die sich emotional und/oder sexuell in erster Linie zu Frauen hingezogen fühlen, bezeichnen sich häufig als lesbisch. verstanden und fragen sich, ob das nicht mehr gilt, wenn Ihr_e Partner_in ein anderes Geschlecht hat als zunächst angenommen. Ob sich Ihr Blick auf die eigene sexuelle OrientierungDie sexuelle Orientierung beschreibt, mit Menschen welchen Geschlechts oder welcher Geschlechter jemand eine sexuelle und/oder romantische Beziehung eingehen möchte. oder Identität ändert, erweitert oder einfach gleich bleibt – was und wer Sie sind, bestimmen allein Sie selbst. Sie können als heterosexuellerWenn Frauen sich von Männern romantisch und/oder sexuell angezogen fühlen, oder Männer von Frauen, werden sie als heterosexuell bezeichnet. Zugleich beschreibt "heterosexuell" auch sexuelle Handlungen zwischen einer Frau und einem Mann. Mann einen nicht-binären"Nicht-binär", "non-binary" oder auch "genderqueer" sind Selbstbezeichnungen für eine Geschlechtsidentität, die sich nicht in der Gegenüberstellung von Mann oder Frau beschreiben lässt. Menschen lieben oder als Lesbe mit einem Mann zusammen sein – auch wenn dies dem gängigen Verständnis von sexueller OrientierungDie sexuelle Orientierung beschreibt, mit Menschen welchen Geschlechts oder welcher Geschlechter jemand eine sexuelle und/oder romantische Beziehung eingehen möchte. vielleicht nicht entspricht. 

Online gibt es viele Blogs und Erfahrungsberichte von Trans- und CisDie Begriffe "cisgeschlechtlich", "cisgender" oder "cis" (lat. "cis-": diesseits) beschreiben Menschen, die sich dem Geschlecht zugehörig fühlen, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.-Paaren, die Ermutigendes zu erzählen haben – auch das kann Sie beide stärken.

In Kontakt bleiben – ein Paar bleiben?

Während viele Paare über eine Transition hinweg zusammenbleiben, entscheiden andere, dass eine respektvolle Trennung der bessere Weg ist. Oder sie entdecken neue Formen des Miteinanders – schließlich haben sie sich einmal füreinander entschieden. Oder die Verbindung ist ihnen aufgrund gemeinsamer Kinder wichtig. Auch für diese Fragen bieten Beratungsstellen Unterstützung.

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