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Tipps für trans* Schüler_innen

Wenn du trans* bist und zur Schule gehst, kann es sein, dass Diskriminierungen oder fehlende rechtliche Regelungen deinem Lernen im Weg stehen. Dann ist es gut, deine Rechte und Möglichkeiten zu kennen.

Eigentlich ist die Sache klar: Das Recht auf Bildung gilt für alle. Diskriminierungen aufgrund des GeschlechtsGeschlecht ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Ordnungsprinzip und eine einflussreiche soziale Kategorie. Aber die Definitionen darüber, was Geschlecht eigentlich ausmacht, unterscheiden sich stark: … oder der GeschlechtsidentitätDie Geschlechtsidentität bezeichnet das Wissen und Empfinden eines Menschen über sein eigenes Geschlecht. sind nicht erlaubt.

Dennoch kann das Trans*Transgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.-Sein an der Schule schwer sein: Vielleicht bekommst du respektlose Sprüche ab. Oder Auseinandersetzungen mit Gutachter_innen oder Transfeindlichkeit im Alltag kosten Kraft, die du eigentlich zum Lernen bräuchtest. Oder deine Schule ist nicht gut darauf vorbereitet, allen unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität ein sicheres Lernumfeld zu bieten.

Das ist nicht in Ordnung und du musst das nicht so hinnehmen.

Wie kann die Schule dir ein respektvolles und sicheres Umfeld bieten?

Dein Name auf Zeugnissen oder Klassenlisten

Ein wichtiges Zeichen des Respekts ist, dass alle dein Geschlecht und deinen Namen anerkennen. Das sollte nicht nur mündlich selbstverständlich sein: Zu einem wirksamen Schutz vor Diskriminierung und Mobbing gehört auch, dass du auf dem Zeugnis, im Klassenbuch oder in Klassenlisten mit dem richtigen Namen und entsprechend deinem Geschlecht geführt wirst – auch ohne eine offizielle Namensänderung.1

Toiletten, Umkleiden, Klassenfahrten

Bei geschlechtergetrennten Orten oder Aktivitäten werden trans* und inter*Intergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Schüler*innen oft nicht mitgedacht. Das ist ein Problem der Struktur; nicht deine TransgeschlechtlichkeitTransgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. ist das Problem. Wie auch immer die Lösung aussieht – die Schule muss dir ermöglichen, angstfrei auf die Toilette zu gehen, am Sportunterricht oder an Klassenfahrten teilzunehmen.

Grundsätzlich solltest du als (trans*) Mädchen die Mädchentoilette oder -umkleide, als (trans*) Junge die Jungentoilette oder -umkleide benutzen dürfen. Wenn du nicht-binär"Nicht-binär", "non-binary" oder auch "genderqueer" sind Selbstbezeichnungen für eine Geschlechtsidentität, die sich nicht in der Gegenüberstellung von Mann oder Frau beschreiben lässt. bist und es keine Unisex-Lösungen gibt, solltest du den für dich sichereren Ort wählen können. Auch Einzeltoiletten/-umkleiden sind eine Möglichkeit, wenn du dich damit wohler fühlst.

Was tun, wenn die Schule sich querstellt?

Oft ist das Personal an der Schule verunsichert, weil es keine klaren Verwaltungsregeln zum Umgang mit Geschlechtervielfalt gibt. Oder Menschen trauen sich nicht, in einer zunächst neuen Situation neue Wege auszuprobieren.

Dann braucht es geduldige Überzeugungsarbeit, Aufklärung über die rechtlichen Möglichkeiten oder eigene Vorschläge für praktische Lösungen, um dein Recht auf diskriminierungsfreie Bildung durchzusetzen. Das geht mit Verbündeten oft leichter: Neben Eltern oder Vertrauenspersonen an der Schule können dich auch Antidiskriminierungsbeauftragte oder Trans*-Beratungsstellen unterstützen.

Wenn ihr die Situation vor Ort auf Dauer nicht verbessern könnt, kann es nötig sein, die Schule zu wechseln. Manchmal erkennen Schulbehörden die Situation von trans* Schüler_innen in transfeindlicher Umgebung als Härtefall an, was für einen Schulwechsel wichtig sein kann.

1 Augstein, Maria Sabine (2013): "Zur Situation transsexueller Kinder in der Schule vor der offiziellen (gerichtlichen) Vornamensänderung". In: trans-kinder-netz.de. Zuletzt abgerufen am 25.05.2018 von www.trans-kinder-netz.de/files/pdf/Augstein%20Maerz%202013.pdf.

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