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Homosexuelle heilen?

Homosexualität bedeutet: 
Man liebt eine Person mit dem gleichen Geschlecht. 
Zum Beispiel:
Ein Mann liebt Männer. 

Eine Frau liebt Frauen. 
Diese Menschen nennt man homosexuell
Homosexuelle Menschen sind nicht krank. 

Manche Menschen denken trotzdem:
Homosexualität ist eine Krankheit. 
Diese Menschen denken auch:
Homosexualität kann man heilen. 
Es gibt auch Behandlungen für homosexuelle Menschen. 
Damit diese Menschen nicht mehr homosexuell sind. 
Diese Behandlung hat einen schweren Namen: 
Konversions-Behandlung.

In diesem Text geht es darum: 
Das wird bei solchen Behandlungen gemacht.
So kann man sich vor den Behandlungen schützen.

Eine Konversions-Behandlung ist eine Behandlung von homosexuellen Menschen. 
Oder von trans-geschlechtlichen Menschen. 
Viele sagen auch trans-sexuell.
Das bedeutet:
Wenn jemand bei der Geburt als Mädchen eingeordnet wurde.
Alle denken:
Das ist ein Mädchen.
Und das Kind hat später gemerkt:
Ich bin gar kein Mädchen.
Ich bin ein Junge.
Oder:
Ich bin dazwischen. 

Oder.

Wenn jemand bei der Geburt als Junge eingeordnet wurde.
Alle denken: 
Das ist ein Junge.
Und das Kind hat später gemerkt:
Ich bin gar kein Junge.
Ich bin ein Mädchen.
Oder:
Ich bin dazwischen. 

Und diese Person kann später ihren Körper verändern.
Damit er zu dem Leben von dieser Person passt.
Die Person kann ihren Körper aber auch so lassen.
Weil der Körper zum Leben passt.

Manche Menschen denken:
Homosexuelle Menschen sind krank. 
Und trans-geschlechtliche Menschen auch.
Deshalb sollen diese Menschen eine Konversions-Behandlung machen. 
Damit sie anders leben.

Diese Menschen sollen:

  • Ohne Sex leben. 
  • Menschen mit einem anderen Geschlecht lieben.
    Ein Mann soll Frauen lieben.
    Und eine Frau soll Männer lieben. 
  • So leben wie die meisten anderen Männer.
    Und wie die meisten anderen Frauen.

Manche Menschen nennen die Behandlung auch reparative Therapie
Das kommt von dem Wort reparieren.
Es bedeutet:
Etwas wieder ganz machen. 

Therapie ist ein anderes Wort für Behandlung.

Manche Menschen glauben:
Bei homosexuellen oder trans-geschlechtlichen Menschen ist etwas kaputt.
Deshalb muss man sie wieder ganz machen.
Oder gesund.
ABER:
Homosexuelle oder trans-geschlechtliche Menschen sind nicht krank.
Sie müssen nicht geheilt werden. 
Sie brauchen keine Behandlung. 

Was wird bei solchen Behandlungen gemacht?
Konversions-Behandlungen sind sehr brutal. 
Die behandelten Menschen sollen sich schämen. 
Und ihr Leben ändern. 

Es gibt diese Behandlungen in den USA. 
Und in Europa.

Das wird bei diesen Behandlungen mit den Menschen gemacht: 

  • Sie werden beschimpft. 
  • Sie müssen ein anderes Verhalten üben.
  • Sie sollen Gebete gegen Homosexualität sprechen.
  • Ein Gebet ist ein Gespräch mit Gott.
  • Sie werden am Gehirn operiert. 
  • Sie bekommen Hormone.
    Hormone sind Boten-Stoffe im menschlichen Körper. 
    Boten bringen etwas.
    Boten transportieren wichtige Informationen für den Körper.
    Hormone sind auch wichtig für Gefühle.
    Hormone verändern den Körper.
  • Sie bekommen Elektro-Schocks.
    Das ist Strom.
    Er fließt in den Körper. 
    Das tut sehr weh. 
  • Sie bekommen Brech-Mittel.
    Das sind Medikamente.
    Davon wird einem schlecht. 
  • Homosexuelle Männer sollen zu Sex-Arbeiterinnen gehen. 
    Das sind Frauen.
    Bei denen man für Geld Sex bekommen kann. 

Warum gibt es Konversions-Behandlungen?
Weil manche Menschen denken: 
Homosexualität und trans-geschlechtliches Leben sind eine Krankheit. 
Oder Fehler in der Lebensweise.

Sind Konversions-Behandlungen gefährlich?
Ja.
Denn Homosexualität ist keine Krankheit. 
Es ist auch keine Störung. 
Das sagt auch die Welt-Gesundheits-Organisation. 
Dort wurde 1990 Homosexualität von einer Liste gestrichen.
In dieser Liste stehen Krankheiten von der ganzen Welt.
Und Störungen. 
Homosexualität steht nicht mehr auf dieser Liste. 

Fach-Leute sagen:
Behandlungen zur Veränderung von Sexualität sind falsch. 
Man darf solche Behandlungen nicht machen. 
Menschen werden dabei schlecht behandelt. 
Und die behandelten Personen haben danach körperliche Schäden.

Und Schäden in ihrer Seele. 
Sie können Depressionen bekommen.
So nennt man eine große Traurigkeit. 
Die nicht mehr weg-geht. 

Konversions-Behandlungen können auch zum Selbst-Mord führen.
Wenn die behandelten Menschen nach so einer Behandlung nicht mehr leben wollen. 
Dann nehmen sie sich selbst das Leben. 
Deshalb sind solche Behandlungen gefährlich. 

Wo gibt es Hilfe vor Konversions-Behandlungen?
Wenn andere Menschen Sie zwingen.
Und Ihnen sagen:
Sie sollen eine Konversions-Behandlung machen. 
Dann holen Sie sich bei diesen Stellen Hilfe: 
-    Landes-Ärzte-Kammer. 
-    Bundes-Ärzte-Kammer.

Dort können Sie sich beschweren. 
Sagen oder schreiben Sie an diese Stellen: 
Andere Menschen zwingen Sie zu einer Konversions-Behandlung.

Sie können sich auch beraten lassen.
Gehen Sie zu einer LSBTQ-Beratungs-Stelle
Das ist ein Büro für Fragen zur Sexualität. 
Und für Fragen zur geschlechtlichen Identität
Das sind Fragen zum eigenen Geschlecht.
Oder.
Wenn man sich nicht nur als Mann fühlt. 
Oder.
Wenn man sie sich nicht nur als Frau fühlt.

In den Beratungs-Stellen bekommen Sie Adressen von Fach-Leuten.
Diese Fach-Leute können Ihnen helfen. 

  • Bei Fragen zur Sexualität. 
  • Oder bei Fragen zum eigenen Geschlecht.
  • Oder wenn Sie eine Konversions-Behandlung machen sollen.

Und sich davon bedroht fühlen.

Diese Fach-Leute sind:

  • Ärzte und Ärztinnen.
  • Psychologen und Psychologinnen. 
    Diese Ärzte kümmern sich um die Gesundheit von Ihrer Seele.