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Jung und trans*

Manche Kinder und Jugendliche spüren: Ich bin gar kein Mädchen (oder kein Junge). Oder sie sagen: "Ich stecke im falschen Körper." Hier gibt es Tipps für euch.

Ob du ein Junge, Mädchen oder etwas anderes bist, kannst nur du selbst wissen.

"Trans*Transgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde." heißt: Dieses innere Wissen passt nicht zum Körper. Oder nicht dazu, wie andere dich sehen.

Wie kann ich mir sicher sein, dass ich trans* bin?

Du darfst dir Zeit nehmen, um Verschiedenes auszuprobieren. Wichtig ist nicht, dass du jetzt schon sagen kannst, wie du in zehn Jahren leben willst. Wichtig ist, dass du dich jetzt und hier wohl fühlst. 

Wie kann ich meinen Körper an mein Gefühl anpassen?

Mit "Pubertätsblockern" kann man verhindern, dass der Körper sich in eine Richtung verändert, die man nicht möchte. So hat man erst mal eine Atempause, um sich über den eigenen Weg klar zu werden:

Vielleicht findest du die Entwicklung, die dein Körper von sich aus nimmt, später doch passend. Dann reicht es, die "Pubertätsblocker" nicht mehr zu nehmen (sprich das aber mit einer_m Ärzt_in ab!).

Oder du entscheidest dich für eine TransitionAls Transition (engl.: Übergang, Durchquerung) bezeichnen transgeschlechtliche Menschen den Zeitraum der Annäherung an ihr empfundenes Geschlecht.: Dazu kannst du "gegengeschlechtliche" Hormone bekommen. Sie können zum Beispiel Stimme, Brust, Muskeln oder Behaarung beeinflussen.

Ab 18 sind auch Operationen möglich, zum Beispiel an den Geschlechtsorganen. Junge trans* Männer können manchmal auch schon früher eine flache Brust bekommen.

Informiert euch gut, was möglich ist und was es dafür braucht. Nehmt früh Kontakt mit einer Beratungsstelle auf. 

Bin ich erst ein richtiger Junge oder ein richtiges Mädchen, wenn ich meinen Körper "umwandle"? 

Nein. Was du über dich selbst spürst oder sagst, gilt auch so.

Manche trans* Leute finden ihren Körper gut so, wie er ist. Und du kannst auch erst später über Hormone oder Operationen nachdenken.

Wie kann ich meinen Namen ändern?

Um den Namen im Pass zu ändern, muss man einen Antrag vor Gericht stellen (bis 18 Jahre mit den Eltern) und mit zwei Gutachter_innen sprechen. 

Aber: Schulen, Vereine und so weiter dürfen auch ohne diese offiziellen Änderungen deinen Wunschnamen verwenden1 – und du selbst sowieso!

Muss ich Junge oder Mädchen sein?

Nein. Viele Menschen haben ein anderes Geschlecht als Mann oder Frau. Andere finden Geschlecht unwichtig.

Warum akzeptieren mich manche Menschen nicht so, wie ich bin?

Es gibt in Deutschland ein Recht auf Selbstbestimmung, auch in Sachen Geschlecht.2 Manche wissen das noch nicht. Oder es verunsichert sie so, dass sie sagen: "Das kann nicht sein." Oder: "Wer weiß, was du nächste Woche sagst." Oder: "Das Kleid darfst du zu Hause anziehen, aber nicht in der Schule." 

Das ist unfair. Und es tut weh.

Manchmal denken Erwachsene auch, sie "beschützen" dich, wenn sie das Trans*-Thema wegschieben. Dann brauchen sie vielleicht noch Zeit oder Beratung, bis sie wieder sehen können: Die_der Expert_in für dein Leben bist du!

Wo finde ich Menschen, die mich verstehen und mir helfen können?

Unter "Anlaufstellen" auf dieser Webseite findest du Tipps, wo es in deiner Nähe Freizeitangebote oder Selbsthilfegruppen für trans* Jugendliche und Beratung für dich oder deine Eltern gibt.

Um eine_n gute_n Ärzt_in oder Berater_in zu erkennen, kannst du folgenden Test machen: Verwendet die Person den Namen, den du ihr gesagt hast? Bemüht sie sich, mit dem richtigen Pronomen (zum Beispiel "er oder "sie") oder deinem Vornamen über dich zu sprechen? Fühlst du dich ernst genommen?

1 Augstein, Maria Sabine (2013): "Zur Situation transsexueller Kinder in der Schule vor der offiziellen (gerichtlichen) Vornamensänderung". In: trans-kinder-netz.de. Zuletzt abgerufen am 19.12.2017 von http://www.trans-kinder-netz.de/files/pdf/Augstein%20Maerz%202013.pdf.

2 Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 11.01.2011, Az. 1 BvR 3295/07, Rn. 56. Zuletzt abgerufen am 19.02.2018 von www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2011/01/rs20110111_1bvr329507.html.