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Intergeschlechtlichen Menschen respektvoll und solidarisch begegnen

Wenn Ihnen jemand eröffnet, intergeschlechtlich zu sein, sind Sie möglicherweise sehr überrascht und fragen sich: Wie soll ich mich verhalten? Welche Unterstützung könnte sich mein Gegenüber wünschen? 

Privatsphäre respektieren

IntergeschlechtlicheIntergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Menschen haben, wie alle, ein Recht auf Privatsphäre. Das gilt insbesondere für den Bereich von Körper und Sexualität. Lassen Sie Ihr Gegenüber entscheiden, welche Informationen sie_er wann mit Ihnen teilen möchte.

OutenAls Comingout (engl. "come out": herauskommen) wird der Prozess bezeichnet, die eigene Identität, sexuelle Orientierung, Lebensweise oder Körperlichkeit öffentlich zu machen, obwohl sie von herrschenden Normen abweicht. Sie niemals einen anderen Menschen als intergeschlechtlich, außer Sie haben dessen ausdrückliches Einverständnis für genau diesen Ort und Personenkreis. Denn inter*Intergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Personen können am besten selbst einschätzen, wann und wo sie ihre Intergeschlechtlichkeit mit vertretbarem Risiko offenlegen können. 

Erfahrungen anerkennen

Wenn intergeschlechtliche Menschen ihre Erfahrungen schildern, erleben sie oft, dass diese entweder angezweifelt, ignoriert und heruntergespielt oder unangemessen dramatisiert werden. Das kann zum Beispiel mit Fragen und Bemerkungen wie den folgenden passieren:

  • "Bist du sicher?" – Intergeschlechtlichkeit prägt das Leben von inter* Menschen, und sie_er hat sich vermutlich lange damit auseinandergesetzt. 
  • "Das ist aber eine sehr intime Information." – Wenn es sich um eine Information handelt, die man bei einem Mann oder einer Frau nicht als zu intim empfände, trägt eine solche Bemerkung zur Unsichtbarmachung intergeschlechtlicher Körper und Lebensrealitäten bei.
  • "Ich habe gelesen, in anderen Kulturen sind das Götter." – Die_der Gesprächpartner_in ist keine Gottheit, sondern ein Mensch mit Wünschen und Plänen im Hier und Jetzt. 

Wenn Ihnen der Dialog wichtig ist und Sie inter* Menschen mit Respekt begegnen möchten, sollten Sie solche Äußerungen vermeiden. Deuten Sie Erfahrungen, die Sie nicht selbst gemacht haben, nicht um. Bemühen Sie sich stattdessen, die Erzählung so anzunehmen, wie sie Ihnen geschildert wird. Schätzen Sie das Vertrauen wert, das Ihnen entgegengebracht wurde. Bleiben Sie ansprechbar.

Sprechen und ansprechen

In Medizin und Alltagssprache sind viele Begriffe für Intergeschlechtlichkeit im Umlauf, die inter* Menschen selbst als abwertend, verschleiernd oder irreführend kritisieren. Respektieren Sie die Selbstbezeichnung und Begriffe, mit denen Ihr Gegenüber von den eigenen Erfahrungen spricht.

Manche intergeschlechtliche Personen verwenden Anredeformen oder Pronomen, die für Sie ungewohnt sein mögen; andere fühlen sich mit "Herr" und "er" beziehungsweise "Frau" und "sie" wohl. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Ihr Gegenüber angesprochen werden möchte, fragen Sie.

Inter*-Solidarität jeden Tag

Die Ausgrenzung von und Menschenrechtsverletzungen an intergeschlechtlichenIntergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Menschen werden dadurch befördert, dass es in der Gesellschaft wenig Wissen über Intergeschlechtlichkeit gibt. Dagegen kann jede_r etwas tun:

Bilden Sie sich weiter und ermuntern Sie auch andere dazu. Erheben Sie Ihre Stimme, wenn intergeschlechtliche Menschen nicht mitgedacht werden.