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Intergeschlechtliche Klient_innen therapeutisch begleiten

Was sind inter*-spezifische Herausforderungen in Therapie und Beratung? Wie kann ich als Fachkraft intergeschlechtliche Menschen gut unterstützen?

Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen im Gesundheitssystem wie etwa nichtkonsensuelle medizinische Eingriffe oder Übergriffe sind Teil der Biografie vieler intergeschlechtlicherIntergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Menschen. Auch in Psychotherapie können intergeschlechtliche Menschen Bevormundung erleben: Wenn Therapeut_innen (inter*Intergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen.-spezifische) Erfahrungen nicht ernst nehmen, die Privatsphäre ihrer Klient_innen – vor allem in Bezug auf Körper und Sexualität – nicht respektieren oder eine intensivere Auseinandersetzung mit der eigenen intergeschlechtlichenIntergeschlechtliche (lat. "inter": zwischen) Menschen haben angeborene körperliche Merkmale, die sich nach medizinischen Normen nicht eindeutig als (nur) männlich oder (nur) weiblich einordnen lassen. Identität zu hemmen versuchen.

Oft ist daher das Vertrauen in professionelle Betreuung und Behandlung erschüttert und muss erst wieder neu aufgebaut werden. Andererseits führen jahrzehntelange Autonomie beschneidende Behandlungen bei manchen inter* Personen auch zu einer erhöhten Duldsamkeit gegenüber fachlichen Autoritäten, weil das Einstehen für eigene Bedürfnisse und Interessen unter diesen Umständen nicht gelernt werden konnte.

Selbstbestimmung achten und Grenzen wahren

Gute Psychotherapie oder psychosoziale Beratung intergeschlechtlicher Menschen weiß um diese Herausforderungen. Sie kann intergeschlechtliche Menschen dabei begleiten, Widerfahrnisse zu verarbeiten und Strategien des Umgangs mit Inter*-spezifischen Herausforderungen und diskriminierenden oder gewaltvollen Strukturen zu entwickeln. Sie kann auch darin unterstützen, persönliche Grenzen neu kennenzulernen und zu achten.

Konsens hat deshalb auch innerhalb der Therapie oder Beratung besondere Bedeutung: Holen Sie zu den einzelnen Behandlungs- oder Beratungsschritten das Einverständnis Ihrer Klient_innen ein. Achten Sie darauf, welche Informationen diese über sich oder den eigenen Körper teilen möchten und welche nicht.

(Mögliche) Intergeschlechtlichkeit beim Namen nennen

Viele inter* Menschen sind selbst noch nie mit dem Wort "inter(geschlechtlich)" in Berührung gekommen, sondern haben aus medizinischen Zusammenhängen nur Diagnosebegriffe und pathologisierende Beschreibungen für ihre Körper kennengelernt und verinnerlicht. Wenn sensibilisierte Psychotherapeut_innen oder psychosozial Beratende Raum bieten, über Erfahrungen mit dem eigenen Körper zu sprechen, und "Intergeschlechtlichkeit" als nicht-pathologisierenden Überbegriff anbieten, kann das hilfreich und notwendig sein, um an wichtige Informationen zu gelangen oder andere inter* Menschen und Inter*-Organisationen zu finden.

Sich und andere informieren

Legen Sie nach Möglichkeit Broschüren zu Inter*-Themen auch im Wartebereich aus. Das erleichtert intergeschlechtlichen Menschen, das Thema anzusprechen. Inter*-Beratungsstellen und Selbstvertretungsorganisationen können Ihnen mit Infomaterial, Fortbildungen oder Auskunft zu spezifischen Fragestellungen auch bei Ihrem eigenen Wissensaufbau helfen. Denn die Körper, Geschichten und Anliegen intergeschlechtlicher Menschen sind sehr unterschiedlich und jede_r Berater_in und Therapeut_in kann ja nur begrenzt eigene Erfahrungen machen.

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