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Inter* über Inter*

Intergeschlechtliche Menschen werden entweder gar nicht erwähnt. Oder sie werden als Beispiel verwendet, um zu zeigen, dass die rechtliche, medizinische und soziale Einteilung in Männer und Frauen nicht richtig funktioniert. Was erzählen sie selbst über ihr Leben?

Ein gesunder Körper, der durch medizinisch nicht notwendige Operationen behandlungsbedürftig gemacht wird; das Gefühl, nirgends hineinzupassen; Jahre des Schweigens und der Fehlinformation, bis Klarheit über die eigene Intergeschlechtlichkeit herrscht.

Das sind Stichworte aus einem Interview mit Lynn, die die Biografien vieler intergeschlechtlicher Menschen kennzeichnen. Darin erzählt Lynn auch von dem befreienden Gefühl, die eigene Biografie endlich zu verstehen und selbstbewusst zu sich zu stehen – und vom kreativen Umgang mit Frust und Gewaltwiderfahrnissen:

Zum Video-Interview mit Lynn

Intergeschlechtliche Menschen werden oft lange in dem Glauben gelassen, "nicht in Ordnung" oder mit ihrer "Besonderheit" ganz allein auf der Welt zu sein. Von dem großen Unterschied, den es macht, endlich andere inter* Personen kennenzulernen und Anschluss an eine weltweite Community zu finden, berichten die Menschen in dem folgenden Video. Es ist 2018 auf einem Community-Event in Kopenhagen mit Teilnehmer_innen aus ganz Europa entstanden:

Das Ziel, inter* Personen sichtbar zu machen und ihren Stimmen Gehör zu verschaffen, verfolgt auch das "Interface Project": Es versammelt Kurzvideos in englischer Sprache, in denen sich intergeschlechtliche Frauen, Männer oder anders identifizierte Menschen unterschiedlichen Alters und Wohnorts vorstellen:

Zu den Kurzvideos des "Interface Project"

Der Band "Inter. Erfahrungen intergeschlechtlicher Menschen in der Welt der zwei Geschlechter" versammelt Beiträge von inter* Personen aus aller Welt. Neben Berichten von Gewalt und Fremdbestimmung, Einsamkeit und Scham geben die Autor_innen auch Einblick in ihre vielfältigen Überlebens- und Widerstandsstrategien: rechtspolitisches Engagement und Filmemachen, Vernetzung und Solidarität, Aktionskunst und eine Haltung der Selbstliebe und Selbstbehauptung in Gesellschaften, die für sie keinen Platz vorgesehen hatten.

Mehr zu dem Band "Inter. Erfahrungen intergeschlechtlicher Menschen in der Welt der zwei Geschlechter"

Eine wichtige Form des Aktivismus und des Widerstands intergeschlechtlicher Menschen gegen Unrecht und Unsichtbarmachung ist die Kunst. Fotografie, Malerei und andere Kunstformen werden zu Ausdrucksweisen für die Gewalt und den Widersinn geschlechtlicher Normierung und für die Schönheit von Vielfalt und Zwischengeschlechtlichkeit. Ein Beispiel aus dem deutschsprachigen Raum sind die Arbeiten von Alex Jürgen: