Trans* über Trans*

Berichte über trans* oder transsexuelle Menschen gibt es inzwischen viele. Hier kommen sie selbst zu Wort.

Wie fühlt es sich an, von außen nicht als der Mensch erkannt zu werden, der man ist? Was ist traurig, amüsant, schwierig, schön am Trans*sein? Was nervt transgeschlechtliche Menschen im Alltag am meisten und was wünschen sie sich von anderen?

All das erfährt man am besten von ihnen selbst. Wenn Sie niemanden persönlich fragen können oder möchten: Trans* Menschen bloggen und dichten, forschen und publizieren, rappen und zeichnen, produzieren Videos und Theaterstücke ... Eine kleine Auswahl haben wir hier zusammengestellt.

So unterschiedlich trans* Menschen, ihr Selbstverständnis, ihre Interessen und Lebensentwürfe sein mögen – sich immer wieder erklären zu müssen, ist eine Erfahrung, die fast alle teilen. In "Bestimmt nicht" geht es um typische Fragen oder Reaktionen von cisgeschlechtlichen Menschen, und warum viele davon so daneben sind. Die Botschaft der fünf Protagonist_innen ist klar: Respektiert meine Geschlechtsidentität – auch wenn sie ungewohnt für euch ist, auch wenn sie vermeintlich nicht zu meinem Körper passt oder dazu, wie ich mich verhalte.

Im Trans*-Alltag liegen das Bedrückende und das Absurd-Komische oft nah beieinander. In seinem Theatermonolog "Das Licht ist weder richtig noch unrichtig" findet Jayrôme C. Robinet für diesen täglichen Ausnahmezustand poetische Bilder. Ein Hörstück zu den Überlegungen, wie "Mann" am angemessensten einen Sack Katzenfutter trägt, dem Psychiater-Gespräch für die ersten Bartstoppeln und der Begegnung mit Eltern, die einen vielleicht nicht mehr erkennen.

Dass ein echtes Gespräch mit der Verwendung des richtigen Namens beginnt, zeigt Kris in dem Stück "Papa": "Schrei mich an, hass mich, aber nenn mich Kris. […] Ich bin dein Kind und ich will es auch bleiben. Ich bin Kris."

 

Sich nicht unterkriegen zu lassen von Transfeindlichkeit und den Herausforderungen einer Transition, kann auch stolz machen – das finden zumindest FaulenzA und Msoke: "Ich kann stolz sein, dass [...] ich meine Angst in Wut verwandle [...]. Ich bin stolz, dass ich nicht schweige und ich meine Stärke zeige. [...] Trans Pride – ich bin ich selbst und das ist gut so." Ein Song übers Kämpfen und Weitermachen, Freundschaft und Community.