Comingout als schwul, lesbisch, bi, pan, queer

Wie erzähle ich anderen, dass ich nicht heterosexuell bin? Muss ich mich überhaupt outen? Ein_e Freund_in möchte sich outen – wie kann ich sie_ihn unterstützen?

Viele gehen unwillkürlich davon aus, dass ein Mensch heterosexuell ist und lebt. Deshalb stellt sich für Personen mit anderen sexuellen Orientierungen im Alltag immer wieder die Frage, ob und wie sie sich outen wollen.

Was spricht dafür, sich zu outen?

Für manche ist es der richtige Weg, weil sie so in alltäglichen Gesprächen offen über ihre Gefühle und ihr Begehren sprechen können. Anderen ist es wichtig, nicht-heterosexuelle Orientierungen sichtbar zu machen. Sich als queer, homo-, bi- oder pansexuell zu outen, eröffnet Ihnen auch die Möglichkeit, Menschen mit ähnlichen sexuellen Orientierungen zu begegnen.

Aber: Niemand muss sich outen. Tun Sie das, womit Sie sich in Ihrem Umfeld wohlfühlen.

Warum verzichten einige Menschen auf ein Comingout?

Manche Menschen fürchten das Risiko, Ablehnung oder Ausgrenzung zu erfahren. Andere finden, dass die sexuelle Orientierung nicht in allen Kontexten wichtig ist.

Wie kann ich mich outen?

Überlegen Sie, welcher Weg für Sie der beste ist: Ein Gespräch, ein Brief, eine E-Mail. Oft ist es hilfreich, sich zuerst einer Person zu öffnen, von der Sie Unterstützung erwarten können. 

Auch ein Comingout in einer romantischen Beziehung kann schwierig sein, etwa wenn sich Ihr Gegenüber getäuscht fühlt. Tauschen Sie sich über Ihre Gefühle aus und sprechen Sie darüber, was Ihr Comingout für die Beziehung bedeutet. 

Informieren Sie die Personen, denen Sie sich geoutet haben, ob sie Ihre sexuelle Orientierung für sich behalten sollen. 

Wie kann ich mit negativen Reaktionen umgehen?

Noch immer verhalten sich einige Menschen queer-, homo-, bi- oder panfeindlich – zum Beispiel weil nicht-heterosexuelle Orientierungen ihre traditionellen Geschlechterbilder verunsichern, weil sie Angst vor eigenen nicht-heterosexuellen Gefühlen haben oder auch aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen.

Holen Sie sich nach negativen Erlebnissen Ermutigung und Beistand bei vertrauten Menschen. Auch können Sie bei Benachteiligungen, Beschimpfungen oder tätlichen Angriffen rechtliche Schritte gegen die Verursacher_in einleiten. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Orientierung. Beratungsstellen unterstützen Sie dabei und zeigen weitere Möglichkeiten auf. 

Jemand möchte sich outen – wie kann ich die Person unterstützen?

Fragen Sie, ob sich die Person Unterstützung wünscht. Manchen hilft es, das Comingout gedanklich durchzugehen. Andere freuen sich, wenn Sie währenddessen, dabei oder danach ansprechbar sind. Klären Sie gemeinsam, wie Sie am besten auf negative Reaktionen eingehen können und treten Sie homo-, bi-, pan- oder queerfeindlichen Äußerungen entgegen.