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Homosexuelle heilen?

Es gibt immer noch Menschen, die glauben, dass Homosexualität eine Krankheit wäre. In Konversionstherapien soll die sexuelle Orientierung "in Ordnung" gebracht werden. Was passiert in diesen Behandlungen? Wie können sich Betroffene schützen?

Unter einer Konversionsbehandlung versteht man den Versuch, die Homosexualität"Homosexuell" (griech. "homos": gleich; lat. "sexus": Geschlecht) ist ein historischer Begriff, der sexuelle Handlungen, Begehren und Beziehungen zwischen Angehörigen des gleichen Geschlechts beschreibt. oder TransgeschlechtlichkeitTransgeschlechtliche Menschen identifizieren sich nicht oder nicht nur mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. einer Person mittels therapeutischer oder seelsorgerischer Maßnahmen in asexuellesMenschen, die kein Interesse an sexuellen Begegnungen mit anderen Menschen haben, bezeichnen sich selbst oft als asexuell., heterosexuellesWenn Frauen sich von Männern romantisch und/oder sexuell angezogen fühlen, oder Männer von Frauen, werden sie als heterosexuell bezeichnet. Zugleich beschreibt "heterosexuell" auch sexuelle Handlungen zwischen einer Frau und einem Mann. oder genderkonformesDer Begriff "genderkonform" beschreibt die Übereinstimmung mit gesellschaftlich vorherrschenden Ideen über ein bestimmtes Geschlecht. "Gendernonkonform" beschreibt die Abweichung davon. Verhalten umzuwandeln. Die Fürsprecher_innen von Konversionsbehandlungen wählen oft den Begriff "reparative Therapien". Der Begriff der "Therapie" ist jedoch missverständlich, da die Behandlungen zum einen keine wissenschaftlich anerkannten Verfahren zur Linderung oder Heilung eines Leidens darstellen und es zum anderen kein zu behandelndes Leiden gibt.1

Was passiert(e) in den Behandlungen?

Konversionsbehandlungen unterscheiden sich durch ihre Radikalität und ihre Folgen für die "Behandelten". Manche Behandler_innen versuch(t)en LSBT"LSBTIQ" oder ähnliche Zusammensetzungen dienen als Abkürzung für "Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen". "Lsbtiq" steht entsprechend für "lesbisch, schwul, bisexuell, trans-, intergeschlechtlich und queer".-Personen durch homo- und trans*-negative Bemerkungen von ihren Lebensweisen abzubringen und heterosexuelle und/oder genderkonformeDer Begriff "genderkonform" beschreibt die Übereinstimmung mit gesellschaftlich vorherrschenden Ideen über ein bestimmtes Geschlecht. "Gendernonkonform" beschreibt die Abweichung davon. Fertigkeiten anzutrainieren. Seelsorger_innen verwend(et)en beispielsweise Gebete zur Kontrolle von Homosexualität. Zusätzlich wurden bis in die 1990er-Jahre von Mediziner_innen und Psycholog_innen in Europa und den USA auch Gehirnoperationen, Hormonbehandlungen, Elektroschocks und Brechmittel angewandt und SchwulenMänner, die sich emotional und/oder sexuell in erster Linie zu Männern hingezogen fühlen, bezeichnen sich häufig als schwul. zum Aufsuchen gegengeschlechtlicher Sexarbeiter_innen geraten.

Warum gibt es Konversionsbehandlungen?

Befürworter_innen von Konversionsbehandlungen halten Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeiten für krankhaft oder für moralische Fehlentwicklungen.

Sind Konversionsbehandlungen gefährlich?

Ja. Homosexualität wird im weltweit anerkannten Diagnosesystem der Weltgesundheitsorganisation seit 1990 nicht mehr als "Krankheit" oder "Störung" klassifiziert. Behandlungen zur Umwandlung der sexuellen OrientierungDie sexuelle Orientierung beschreibt, mit Menschen welchen Geschlechts oder welcher Geschlechter jemand eine sexuelle und/oder romantische Beziehung eingehen möchte. oder der GeschlechtsidentitätDie Geschlechtsidentität bezeichnet das Wissen und Empfinden eines Menschen über sein eigenes Geschlecht. gelten als fachlich nicht tragbar und unethisch. Konversionsbehandlungen können bei den Betroffenen körperliche und seelische Schäden – zum Beispiel Depression und Suizidalität – verursachen.

Welche Hilfe gibt es für Personen, die keine Konversionsbehandlung möchten?

Wenn Ihr Umfeld Sie in eine Konversionsbehandlung drängen will, können Sie sich an die Landes- oder Bundesärztekammer wenden. Hier können Sie Personen, die Konversionsbehandlungen anbieten, per Beschwerde melden. Von LSBTQ"LSBTIQ" oder ähnliche Zusammensetzungen dienen als Abkürzung für "Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen". "Lsbtiq" steht entsprechend für "lesbisch, schwul, bisexuell, trans-, intergeschlechtlich und queer".-Beratungsstellen bekommen Sie Adressen fachlich kompetenter Ärzt_innen und Psychotherapeut_innen, die Sie bei allen Fragen zu Ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichenGeschlecht ist in unserer Gesellschaft ein wichtiges Ordnungsprinzip und eine einflussreiche soziale Kategorie. Aber die Definitionen darüber, was Geschlecht eigentlich ausmacht, unterscheiden sich stark: … Identität unterstützen können.

1 Wolf, Gisela (2013): "Konversionsbehandlungen". In: www.vlsp.de, 01.11.2013. Zuletzt abgerufen am 18.04.2018 von www.vlsp.de/files/pdf/konversionsbehandlungen_0.pdf.

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