Aufgaben und Ziele des Dialogforums

Mit Vertretungen aus aktuell 14 Verbänden, Institutionen und Vereinen (s. Mitgliedsorganisationen) wurde das Dialogforum Geschlechtliche Vielfalt konstituiert.

Das Dialogforum Geschlechtliche Vielfalt befasst sich mit Fragen der Qualität und bundesweiter Standards der Beratung von trans*-, intergeschlechtlichen und/ oder nicht-binären Menschen und ihren Angehörigen sowie der Qualifikation von Beratenden. Dazu sollen Empfehlungen erarbeitet werden. Es wird angestrebt, die Verbreitung von Fachwissen sowie die Vernetzung von Fachkräften vor Ort zu verbessern. Dadurch sollen z. B. die ganz konkrete pädagogische, therapeutische oder besondere medizinische bzw. pflegerische Arbeit sowie der Schutz von trans*-, intergeschlechtlichen und/ oder nicht-binären Menschen und ihren Angehörigen vor Diskriminierung unterstützt werden. Hierfür werden im Rahmen der Zuständigkeiten und Einflussmöglichkeiten ergänzende und neue Angebote abgestimmt oder angeregt. Diese Angebote müssen geeignet sein, besonders bei Fachkräften aber auch innerhalb der Bevölkerung, Wissen aufzubauen und Unsicherheiten oder gar Vorurteile abzubauen.

Das Dialogforum Geschlechtliche Vielfalt wird voraussichtlich zweimal jährlich tagen und den Austausch mit weiteren Akteur_innen suchen, die ihrerseits aktiv oder an der Thematik interessiert sind.

Für die Begleitung und Koordination des Dialogforums Geschlechtliche Vielfalt hat das BMFSFJ eine Servicestelle eingerichtet.
 


Präambel

(Stand Juli 2020)
 

Vision, Ziele und Werte

Unsere Vision:
Unsere Vision ist eine gleichberechtigte und integrative Gesellschaft, die die Menschen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität oder ihres geschlechtlichen Ausdrucks und unabhängig von ihren Geschlechtsmerkmalen darin unterstützt, ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen.

Unsere Ziele:
Im Sinne der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und des darauf gründenden Grundgesetzes, wollen wir die Lebensumstände aller Menschen ungeachtet ihrer Geschlechtszugehörigkeit, unabhängig davon ob sie trans*, intergeschlechtlich, und/ oder nichtbinär sind, fördern. Wir wollen dazu beitragen, ihre Rechte zu schützen und zu verbessern, ihnen Lebensqualität und Wohlbefinden sowie eine uneingeschränkte Teilhabe am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben zu ermöglichen.
Unser Ziel ist es, aktiv Diskriminierung jeglicher Art zu verhindern und insbesondere struktureller Diskriminierung entgegenzuwirken. 
Wir setzen uns deshalb für die bestmögliche Unterstützung von trans*-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Menschen in allen Lebensfragen ein. Dafür bedarf es kompetenter und informierter staatlicher, nichtstaatlicher und Community basierter Peerberatungs- und Anlaufstellen, direkt Vorort oder bundesweit z. B. über Chat oder Telefon. Es bedarf sensibilisierter und motivierter Fachkräfte in Erziehung und Bildung, im Gesundheitswesen, in den Verwaltungen oder auch im Personalwesen mit der Kompetenz, Diskriminierungsrisiken zu erkennen, zu vermeiden und zu beseitigen. 
Unser Ziel ist es, Fachkräfte zu befähigen und dabei zu unterstützen, trans*-, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen anzunehmen wie sie sind, sie in ihrer Selbstbestimmtheit zu bestärken und ihnen konkret weiterzuhelfen. 

Unsere Werte:
Die Entwicklung unserer Ziele und die Umsetzung unserer Maßnahmen werden auf den folgenden Grundprinzipien basieren:

  • Gleichberechtigung: Wir arbeiten für die volle Gleichstellung trans*-, intergeschlechtlicher und nichtbinärer Menschen, indem wir uns für den Schutz und die Förderung ihrer Rechte einsetzen und darauf hinwirken, Diskriminierung zu beenden.
  • Respekt der Vielfalt: Wir kennen und schätzen die Vielfalt von Identitäten und Perspektiven innerhalb der Gruppe der trans*-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Menschen.
  • Teilhabe: Wir beziehen die Perspektiven von trans*-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Menschen in unsere politischen und gesellschaftlichen Zielstellungen und bei der Erbringung von Dienstleistung ein, um eine bessere Unterstützung innerhalb unserer Zivilgesellschaft zu erreichen.
  • Sichtbarkeit: Wir arbeiten an der Steigerung einer positiven und nicht stereotypen Darstellung von trans*-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Menschen im öffentlichen Leben.
  • Zusammenarbeit: Wir arbeiten partnerschaftlich zusammen, als Vertretungen der Zivilgesellschaft, der Interessenverbände, der Verbände der freien Wohlfahrtspflege und von Bundesverwaltungen.
  • Intersektionalität: Wir nehmen Intersektionalität explizit in den Blick und berücksichtigen, dass sich Diskriminierungskategorien im Sinne von Mehrfachdiskriminierungen überschneiden und potenzieren können. 

Die Prämbel entstand unter der Mitwirkung von:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V. (AWO), Berliner Aids-Hilfe e.V., Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Bundesverband Trans* (BVT*), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) (beratendes Mitglied), Der Paritätische Gesamtverband, Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität dgti e.V., Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Diakonie Deutschland, Intersexuelle Menschen e.V., Bundesverband (IM e.V.), pro familia Bundesverband